Während die Mitarbeiter von VW schon seit einiger Zeit Gewissheit in puncto Tarifvertrag haben, hieß es für die Mitarbeiter im Stammbereich der VW Group Services GmbH noch „Hoffen und Bangen“.
Wie auch beim Mutterkonzern gab es bei der VW-Tochter zähe Verhandlungen. Und der Grund liegt auf der Hand: Denn auch vor der Group Services GmbH machen die wirtschaftlichen Entwicklungen nicht Halt. Dennoch hat man sich am späten Mittwochabend (12. Februar) auf mehr Geld für Mitarbeiter geeinigt. Eine Entscheidung, die „Licht und Schatten“ mit sich bringt, heißt es von der Konzern-Tochter.
VW-Tochter einigt sich mit IG Metall – „Kein leichter Schritt“
Die Lage in der Automobilbranche – sie ist, gelinde gesagt, angespannt. Unternehmen wie VW haben damit zu kämpfen, dass die E-Auto-Strategie noch nicht vollends aufgeht, die Kosten steigen – und der Kunde einfach nicht wie erhofft kauft. Und die Folgen sind bitter. Mitarbeiter von Volkswagen müssen so einige Einschnitte hinnehmen, denn der Konzern muss sparen, um wieder auf Kurs zu kommen. Klar, dass gerade in so einer Situation Tarifverhandlungen besonders zäh verlaufen können.
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Die Arbeitnehmerseite will in der Regel mehr Wertschätzung für die Arbeit – und das erfolgt häufig durch mehr Geld. Die Arbeitgeberseite hingegen steckt in dem Dilemma, das Unternehmen weiterhin auf Kurs zu bringen und zu halten – den Mitarbeitern aber gleichzeitig die gewünschte Wertschätzung entgegenzubringen. Ein Seiltanz, den auch IG Metall und die Volkswagen Group Services absolviert haben, und der nun zum Abschluss gekommen ist. Und zwar für die Tarifgemeinschaft von Autostadt, Volkswagen Group Services, Autovision und Wolfsburg AG.
Worauf die Mitarbeiter sich einstellen können?
- Autostadt und Volkswagen Group Services: Das Gehalt der Mitarbeiter steigt am 1. Juni 2025 um 2 Prozent und ab 1. Juni 2026 nochmal um weitere 3,1 Prozent; außerdem bekommen alle Vollzeitbeschäftigten mit der Entgeltabrechnung April 2025 eine Einmalzahlung von 600 Euro
- Autovision und Wolfsburg AG: Mitarbeiter bekommen ab 1. Januar 2026 eine Gehaltserhöhung um 2 Prozent und ab dem 1. Juni 2026 eine weitere Erhöhung um 3,1 Prozent; die Einmalzahlung bekommen alle Vollbeschäftigten, die in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen, mit der Entgeltabrechnung im August 2025
- In allen Unternehmen soll es außerdem eine „tabellenwirksame soziale Komponente“ geben
- Azubis und Studenten im Praxisverbund bekommen ab März 2025 eine Gehaltserhöhung von 140 Euro pro Ausbildungsjahr; ab dem 1. Juni 2026 soll die Ausbildungsvergütung ebenso wie die Vergütung der Studenten im Praxisverbund um 3,5 Prozent angehoben werden
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Einigung bringe „Licht und Schatten“ mit sich
Für die Volkswagen Group Services ist die Einigung eine Entscheidung, die „Licht und Schatten“ mit sich bringt. „Das war für uns kein leichter Schritt, und wir werden nun sehr genau bewerten müssen, welche Auswirkungen dieser Abschluss auf unser Unternehmen haben wird“, betonte Alexandra Baum-Ceisig, Verhandlungsführerin der Volkswagen Group Services. Mit der Entscheidung für mehr Geld habe man vor allem einen möglichen wirtschaftlichen Schaden abwenden wollen – denn die IG Metall hatte zuvor mit Arbeitskämpfen gedroht.
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Die VW-Tochter müsse nun schauen, welche Auswirkungen die Einigung auf das Unternehmen habe. Denn es gelte, eine Balance zwischen der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und der Wertschätzung der Mitarbeiter zu halten. „Wir richten den Blick nach vorn und werden die Auswirkungen des Abschlusses jetzt ganzheitlich in Ruhe analysieren – und die daraus abzuleitenden Maßnahmen umsetzen“, betonte Baum-Ceisig.
Die IG Metall indes zeigt sich zufrieden mit dem Tarifabschluss. „Mit der Sicherheit der dauerhaften Entgeltsteigerungen, der sozialen Komponente des Sockelbetrages und der in diesem Jahr anstehenden Einmalzahlung konnten wir ein gutes Paket für unsere Kolleginnen und Kollegen schnüren“, heißt es vom IG Metall Verhandlungsführer Thilo Reusch.