Die VW-Krise, sie macht sich nicht nur im Konzern selbst – also in der Werkshalle oder im Büro – bemerkbar. Auch diejenigen, die die Autos letztlich an den Mann oder die Frau bringen wollen, bekommen sie zu spüren. Selbst wenn sie nicht direkt beim Autobauer angestellt sind.
Die Mitarbeiter bei den VW-Händlern kämpfen schließlich an vorderster Front in der Verkaufe und haben ein besonderes Gespür dafür, was bei den Kunden ankommt und was nicht. Ausgerechnet an sie richtet sich jetzt ein Vorstand mit einer deutlichen Ansage. Was er zu sagen hatte, liest du hier.
VW-Vorstand mit deutlichen Worten
„Unser dichtes Händlernetz ist einer unserer größten Wettbewerbsvorteile, und unsere Händler sind der wichtigste Kontaktpunkt zu unseren Kunden“, betonte Vertriebsvorstand Martin Sander in einem Interview mit dem Fachmagazin „Auto Motor und Sport“ (Ausgabe 4/2025). „Wir brauchen Menschen vor Ort, die sich um die Kunden kümmern. Ich sehe keinen Automobilvertrieb ohne Händler.“
+++ VW will Angebot knallhart kürzen – „Nicht so wie in den vergangenen Jahren“ +++
Eine deutliche Ansage in Zeiten von zunehmender Digitalisierung, in denen immer mehr Neukunden ihre Wagen auch gerne ganz bequem online konfigurieren. Der persönliche Kundenkontakt ist Sander trotzdem wichtig – gerade in puncto Elektro-Autos. „Wir müssen in den Mittelpunkt stellen, wie gut unsere Fahrzeuge heute schon sind“, so der Vertriebsboss. Und weiter: „Auch unsere Händler dürfen da selbstbewusster sein.“
„Kunden müssen wissen, was unsere Produkte ausmacht und was diese – auch im Vergleich zum Wettbewerb – können.“
Martin Sander, VW-Vertriebsvorstand
Kunden-Aufklärung als Ziel
Der Konzern macht deshalb Aufklärung zu seinem Ziel, wie der Vorstand weiter gegenüber dem Fachmagazin erklärt: „Viele Kunden wissen beispielsweise gar nicht, dass der ID.3 GTX mehr Reichweite bietet als der Tesla Model Y Long Range oder dass der ID.3 schneller von 10 auf 80 Prozent lädt als ein BMW i4.“
Gratis Probefahrt im neuen Elektro-Crossover Kia EV6 GT-line
Einen Elektro-Crossover mit Autobahnassistent, Premium-Relaxation-Sitzen und 325 PS kostenlos Probe fahren: HIER verraten wir, wie du an die Gratis-Probefahrt des Kia Sportage GT-Line kommst🛒.
Es ist ein klares Bekenntnis hin zu mehr Kundenkontakt vom VW-Boss, nachdem sich der Konzern im letzten Jahr vom Agentur-Modell bei Privat-Kunden verabschiedet hat. Eigentlich wollte der Autobauer mit dem Modell vor allem seinen Vertrieb der E-Autos effizienter gestalten. Geklappt hat das mehr schlecht als recht.
+++ VW und Co.: Experte spricht E-Auto-Klartext – „Wird absolut nicht funktionieren“ +++
Im Agentur-Modell ist der Händler selbst „nur“ noch ein Vermittler zwischen dem Konzern und den Kunden und bekommen bei erfolgreicher Verkaufe eine Provision. Sie kaufen also selbst keine Autos auf Bestand, was zumindest in der Theorie Verwaltungskosten spart.
Mehr News:
Mittlerweile distanziert sich VW aber wieder von dieser Art des Verkaufs. Zumindest bei Privatkunden. Nur bei Großkunden will der Konzern weiterhin an der Agentur festhalten. „Da haben wir seit 20 Jahren das Agenturmodell, das funktioniert hervorragend. Deshalb rollen wir das Agenturmodell für das Flottengeschäft überall in Europa aus“, so Sander.