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VW-Tochter MAN: Bauern haben die Nase voll – „Leiden darunter“

Den Bauern reicht es! Ihren Protest haben sie am Mittwoch vor das Werk der VW-Tochter MAN gelenkt. Doch ihr eigentlicher Plan ging nicht ganz auf.

© Rudi Karliczek

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Die Bauern haben die Nase voll. Sie wollen dass ihre Anliegen endlich gehört werden. Deshalb haben sie sich am Mittwoch (31. Januar) auf den Weg zur VW-Tochter MAN in Salzgitter gemacht.

Denn die Landwirte haben spitz bekommen, dass Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in dem Werk der VW-Tochter eine Halle einweihen wollen. Doch der Plan ging leider nicht ganz auf.

VW-Tochter: „Auto ist einfach weitergefahren“

Über Kollegen und Werks-Mitarbeiter haben Bauer Jürgen Schrieber aus Lehre und andere Landwirte von dem Besuch in Salzgitter gehört. Schnell taten sich alle zusammen und steuerten den Protest in Richtung Werks-Gelände. Der Plan: „Wir wollten die beiden zum Gespräch bitten und bewirken, dass unsere Anliegen mal wieder in die Wirtschaft mit einfließen.“

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Besonders mit Olaf Lies hätte Jürgen Schrieber gerne gesprochen: Denn als der noch Umweltminister war, hatte er sich für „große rote Gebiete“ eingesetzt. Diese unterliegen jetzt strengen Dünger-Auflagen. „Das ist letztendlich auf dem Mist von Herrn Liess gewachsen und das hätte man mit ihm nochmal besprechen können, dass wir darunter auch sehr leiden“, erklärt der Landwirt aus dem Kreis Helmstedt einem News38-Reporter.

„Sehen uns bald außer Stande, das hinzukriegen“

Die Landwirte aus Salzgitter, Braunschweig, Wolfsburg und Co. wollen nämlich die großen Mühlen-Standorte mit Mehl versorgen. „Damit die regionale Versorgung mit Backwaren gewährleistet ist.“ Doch Schrieber macht deutlich: „Wir sehen uns bald außer Stande, das hinzukriegen, weil die Auflagen immer mehr werden.“

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Deshalb ist das Anliegen für die Bauern auch so wichtig. Es wird sich die Zeit genommen, trotz dessen eigentlich die Arbeit ruft. „Wir haben genug mit der Dokumentation zu tun, aber wer kann, der hat sich die Zeit genommen.“

Große Enttäuschung am Werks-Tor

Doch beide Politiker tauchten am Mittwoch gar nicht erst auf: Habeck war im Berliner Bundestag gebunden, Liess war krank. Dafür kamen die Staatsekretäre – die Hoffnung war groß, dass wenigstens die Vertreter die Bauern-Anliegen zu hören bekommen. Doch der Plan ging leider nicht auf.

„Wir haben an einer offenen Autoscheibe am Werkstor darum gebeten, dass wir fünf Minuten Gehör finden. Doch anstatt uns die Möglichkeit gegeben wurde, wurde einfach die Sonnenblende hochgezogen und das Auto ist einfach weitergefahren“, berichtet Jürgen Schrieber enttäuscht.


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Der Protest vor der VW-Tochter MAN in Salzgitter war aber offenbar auch nicht die letzte Aktion, wie der Braunschweiger Bauer erklärt. „Für die nächste Woche haben wir uns schon neuralgische Punkte ausgesucht, wo wir immer wieder weitermachen werden. Wir wollen unseren Forderungen Nachdruck verleihen und werden hier und da nochmal aufschlagen. Er betont: „Ganz so radikal wie die Franzosen, wollen wir aber nicht werden.“