Jetzt steht es fest: Zum Niedersachsen-Derby in der zweiten Fußball-Bundesliga zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig werden auch Gästefans anreisen dürfen – trotz aller Gewalt-Eskalationen zuletzt. Es gibt aber ein großes Aber!
Denn die Polizei Hannover hat das Eintrittskarten-Kontingent für die Fans von Eintracht Braunschweig drastisch gesenkt. So wie es in der Hinrunde auch schon andersrum der Fall war. Rumms!
Hannover 96 – Eintracht Braunschweig: Gewissheit vor Derby
Die Polizei Hannover teilte am Montag (3. Februar) mit, dass der Auswärtsblock nur zu maximal 60 Prozent ausgelastet werden darf. Damit dürfen maximal 2.541 Braunschweiger live beim Niedersachsen-Derby im Stadion sein. „Aufgrund der Gewalttaten bei den vergangenen Derbys sowie der gegenwärtigen Gefahr aufgrund der Rivalität der Fanlager, ist die Begrenzung des Ticketkontingents für Gästefans ein Instrument, um die Sicherheit für diejenigen Fans, die ausschließlich an einem sportlichen Kräftemessen interessiert sind, zu erhöhen. Wie bereits beim Hinspiel in Braunschweig machen wir davon als Polizei nun erneut Gebrauch“, sagte Hannovers Polizeivizepräsident Thorsten Massinger.
Hannover 96 – Eintracht Braunschweig: Polizei greift durch
Die Polizei begründet ihren Schritt mit Paragraf 11 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz:
„Die Verwaltungsbehörden und die Polizei können die notwendigen Maßnahmen treffen, um eine Gefahr abzuwehren, soweit nicht die Vorschriften des Dritten Teils die Befugnisse der Verwaltungsbehörden und der Polizei besonders regeln.“
§ 11 NPOG
Zudem verweist die Polizei auf die Vielzahl von körperlichen Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen sowie dem massiven Einsatz verbotener Pyrotechnik in und an den Stadien durch beide Fanlager, die bei dem jüngsten Derbys auch Verletzte zur Folge hatten.
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„In diesem Zusammenhang besteht die deutliche Erwartung, dass der Verein Hannover 96 ein Verbot von Intro- und Choreo-Material im Gastbereich erlässt und alle weiteren möglichen Maßnahmen zur Stärkung der Stadionsicherheit ausschöpft, um die beschriebenen Gefahren weiter zu reduzieren“, heißt es von der Polizei.
Auch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens äußerte sich am Montag zu dem Thema. Der Teilausschluss der Gästefans sei mit ihr abgestimmt worden, sagte die SPD-Politikerin. Die Anordnung sei richtig und angemessen – angesichts der Erfahrungen bei den vergangenen Niedersachsen-Derbys zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Auch gehe sie davon aus, dass Hannover 96 zusätzliche Vorkehrungen trifft, um für Sicherheit im Stadion zu sorgen.
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„Hannover 96 ist es trotz Verbesserungen im Bereich der baulichen und technischen Sicherheitsmaßnahmen im Stadion Hannover nicht gelungen, ein ausreichendes Konzept vorzulegen. Den bekannten und zunehmenden Gefahren durch Randalierer und Gewalttäter stehen daher keine ausreichenden Maßnahmen entgegen. Insbesondere die Verwendung von Pyrotechnik, teilweise als Waffe, kann durch das vorgeschlagene Sicherheitskonzept nicht ausreichend verhindert werden“, so Behrens.
Zu lasche Kontrollen?
Die gravierendsten Defizite gebe es nach wie vor im Bereich der eingesetzten Ordnungsdienstkräfte und damit verbundener mangelhafter Personenkontrollen. Dadurch kämen immer wieder erhebliche Mengen an Pyrotechnik ins Stadion. In diesem Bereich müsse sich deutlich etwas verändern.
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Die Ministerin wendet sich auch an die Eintracht-Fans: „Für mich ist nachvollziehbar, dass der erneute Ausschluss eines Teils der Gästefans für viele engagierte Fans beider Mannschaften eine bittere Nachricht ist. Es ist aber die einzig richtige Maßnahme. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer das Spiel friedlich im Stadion erleben können. Ich hoffe, dass am Spieltag ein sehenswerter sportlicher Wettstreit in stimmungsvoller Atmosphäre im Vordergrund stehen wird und wir keine neuen Gewaltexzesse beobachten müssen.“ Das Derby findet am am 8. oder 9. März statt. Den genauen Spieltermin wird die Deutsche Fußball Liga erst am Ende dieser Woche bekanntgeben.
Mehr Infos folgen.