Es galt als sichere Nummer und beliebteste Anlagemöglichkeit für Börsen-Einsteiger, in einen ETF zu investieren, der in den Aktienindex MSCI World abbildet. Jahrelang ging es steil aufwärts mit dem Aktienindex, die Rendite der ETFs waren entsprechend stattlich. Doch seit Februar geht es ebenso deutlich abwärts!
Im Gespräch mit der „Zeit“ äußert sich Fondsmanager Ruchir Sharma skeptisch über den MSCI World Indexfonds und rät davon ab, bei seiner Altersvorsorge darauf zu vertrauen.
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MSCI World zu USA-lastig: „Überbewertet und überhyped“
Ruchir Sharma ist Buchautor („What went wrong with capitalism“) und Fondsmanager bei ockefeller Capital Management und Gründer der Investmentgesellschaft Breakout Capital. Im „Zeit“-Interview stellt er klar, dass die Börsen-Talfahrt in den USA nicht vor allem etwas mit Donald Trump zu tun hat.
„Die USA waren aber in jeder erdenklichen Art und Weise überbewertet und überhyped im Vergleich zum Rest der Welt. Wie sollte der US-Aktienmarkt das noch übertreffen? Das war und ist kein nachhaltig stabiler Zustand“, so der Insider.
Genau hier ist aus Sharmas Sicht auch das Problem mit ETFs, die in den MSCI World Aktienindex investieren. In diesem Index sind US-Firmen mit rund 70 Prozent deutlich überrepräsentiert. „Wenn Sie für Ihre Altersvorsorge den MSCI World kaufen, kaufen Sie im Grunde die USA. Und das ist absolut keine gute Idee. Jetzt ist die Zeit, um davon wegzudiversifizieren. „
Was ETF-Anleger tun können
Sharma glaubt allerdings, dass die USA der dominante Finanzmarkt der Welt bleiben. Dennoch plädiert er für ein starkes Umsteuern. Über dieses „Klumpenrisiko“, also das Übergewicht von US-Unternehmen im MSCI World, sprach die „Berliner Morgenpost“ bereits im Februar mit Sandra Klug. Sie ist Expertin für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Hamburg.
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Finanzexpertin Klug bezeichnete den MSCI World als „super Einstiegsindex“ für Anleger, brachte aber auch „andere Fonds mit anderen Schwerpunkten“ ins Spiel, die für einen Ausgleich im Depot sorgen können. „Es ist einfach, Schwellenländer, mittelständische Unternehmen oder auch Europa beizumischen, indem mehrere ETFs bespart werden“, so Klug.
Bei diesem Artikel handelt es nicht um keine Anlageempfehlung und auch nicht um eine Kaufempfehlung unserer Redaktion.