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CDU-Mann beschäftigte Russen mit Geheimdienst-Kontakten

Ein CDU-Politiker beschäftigte einen Russen. Der hat offenbar nicht nur Kontakt zur russischen Opposition, sondern auch zum Geheimdienst.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte beschäftigte Russen mit FSB-Kontakten.
© IMAGO / Jacob Schröter

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Ein CDU-Bundestagsabgeordneter stellt einen Russen ein, der sein Land nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine verließ. Er ist mit der russischen Opposition vernetzt. Doch es gibt weitere Kontakte.

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CDU: Russen-Angestellter mit brisanter Verbindung

Der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte hat einen Russen mit Kontakten zum russischen Geheimdienst FSB beschäftigt. Darüber berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), Hirte bestätigte die Angaben. Die Person habe in einem Minijob-Verhältnis in seinem Büro gearbeitet und sollte Kontakte zur russischen Opposition herstellen, sagte Hirte der Deutschen Presse-Agentur. „Das hat er auch getan.“ Der Bundesnachrichtendienst (BND) wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Hirte kannte den Mann nach eigenen Angaben von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Als er ihn 2023 einstellte, übergab er Unterlagen an eine deutsche Sicherheitsbehörde und bat um eine Prüfung. Etwa ein Jahr später erhielt er den Hinweis, dass der Mitarbeiter möglicherweise Kontakte zum FSB habe. So schildert es der CDU-Politiker.

Zunächst hieß es, dass das nicht zwingend problematisch sei. „Er war ja auch in Moskau gut vernetzt“, sagte Hirte. Später erfuhr er, dass sich die Verdachtsmomente erhärteten. Er wurde allerdings gebeten, die Information nicht öffentlich zu machen. Nach einiger Zeit hakte er erneut nach und erhielt die Bitte, das Beschäftigtenverhältnis „geräuscharm“ zu beenden. „Das habe ich getan.“

In Moskau gut vernetzt

Es sei laut Hirte „gelinde gesagt unangenehm“ gewesen, den Eindruck zu bekommen, möglicherweise im Visier des FSB zu sein. „Ich habe versucht, professionell damit umzugehen.“ Der CDU-Mann habe von Anfang an deutsche Sicherheitsbehörden mit eingebunden, da er wusste, dass die Person sehr gut in Moskau vernetzt gewesen sei. Der Mann sei nicht in die Büroorganisation eingebunden gewesen. „Er hatte keinen Schlüssel zum Büro, keinen digitalen Zugang und keinen Zugang zu bürointernen Daten oder solchen des Bundestages“, sagte Hirte der „FAZ“.


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Gegenüber der „dpa“ erklärte er, im Alltag keinen Verdacht geschöpft zu haben. Der Mitarbeiter wirkte vielmehr daran mit, die russische Opposition und Exilrussen zu vernetzen. „Er ist auch einer derjenigen gewesen, der unmittelbar nach dem Kriegsbeginn sofort Russland verlassen hat, weil er sich da unter Druck gesetzt gefühlt hat“, sagte Hirte. Der Mann hatte Kontakte zu Personen aus problematischen Kreisen. „Ob er selber problematisch ist, darüber habe ich bis heute keine Kenntnisse.“ (mit dpa.)