Vor knapp drei Monaten wurde das blutige Assad-Regime in Syrien gestürzt. Viele Menschen mussten während der Herrschaft des Diktators flüchten und Asyl suchen. Doch auch nach dem Sturz hört die Gewalt nicht auf. Islamistische Kämpfer haben jetzt ein Massaker an Hunderten Alawiten verübt.
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Asyl: Weitere Angriffe in Syrien
Islamistische Kämpfer haben drei Monate nach dem Sturz des Assad-Regimes ein Massaker an Hunderten Zivilisten verübt. Seit Donnerstag (6. März) wurden in der Küstenregion laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 1.300 Menschen getötet, unter ihnen sind mindestens 830 Angehörige der alawitischen Minderheit. Das macht es vielen, die vor allem wegen Assad Asyl suchen mussten, unmöglich nach Syrien zurückzukehren.
Es handelt sich bei den Angriffen um den heftigsten Gewaltausbruch, den Syrien seit dem Sturz Assads erlebt. Die Regierung macht dafür vor allem bewaffnete Assad-Anhänger verantwortlich, gleichzeitig aber auch islamistische Kämpfer, die alawitische Zivilisten angegriffen haben. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat nach der tödlichen Gewalt im westlichen Teil des Landes zugesichert, alle Verantwortlichen zu bestrafen.
„Übergangsregierung steht in der Verantwortung“
Das Auswärtige Amt hat daraufhin an die Übergangsregierung in Damaskus appelliert, weitere Übergriffe zu verhindern. „Berichte über die Ermordung von Zivilisten und Gefangenen sind schockierend. Die Übergangsregierung steht in der Verantwortung, weitere Übergriffe zu verhindern, die Vorfälle aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.
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Das Amt fordere „alle Seiten nachdrücklich zu einem Ende der Gewalt auf“. Nur so könne „gesellschaftlicher Frieden nach Jahrzehnten des Assad-Terrorregimes hergestellt und der Weg eines inklusiven politischen Prozesses beschritten werden, der zur nachhaltigen Befriedung und Stabilisierung Syriens so wichtig ist“.