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Postbank: Kunden kommen nicht an ihr Geld – und kriegen Entschädigung

Seit Wochen kommen einige Postbank-Kunden nicht an ihr Geld, doch das Geldinstitut ist keine Hilfe. Das müssen Betroffene jetzt machen.

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Sparkasse und Co. verabschieden sich von Girocard - so geht's für Kunden weiter

Die Sparkasse präsentierte einen Nachfolger zur klassischen Girocard (ehemals EC-Karte): die Sparkassen-Card. Sofern diese mit einem Visa-Co-Badge ausgestattet sind, können Kunden sie auch bei Apple Pay und Googles mobilem Bezahlen benutzen.

Postbank-Kunden brauchen dieser Tage starke Nerven. Nachdem die Deutsche Bank-Tochter vor einigen Monaten eine IT-Umstellung durchgeführt hatte, haben einige Kunden noch immer keinen vollständigen Zugriff auf ihr Konto.

Immer noch kommen Postbank-Kunden nicht an ihr Geld, Verbraucherschützer registrieren zahlreiche Beschwerden. Die Postbank selbst bietet wenig Hilfe an – und einen „nicht ausreichenden Schadensersatz“, erklären Verbraucherschützer.

Postbank lässt Kunden im Regen stehen

Seit der IT-Umstellung bei der Postbank ist für viele Kunden das absolute Chaos ausgebrochen. Auch Monate danach haben sie Probleme, an das Geld auf ihrem Konto zu kommen, erklärt Wolfgang Schuldzinski, Vorstandvorsitzender der Verbraucherzentrale NRW: „Uns erreichen immer noch ungewöhnlich viele Beschwerden zu Postbankkonten in unseren Beratungsstellen.“

Dabei ist die Aufsichtsbeschwerde der Verbraucherzentrale NRW und die Bestellung eines Sonderbeauftragten durch die Finanzaufsicht BaFin schon einige Monate her – doch der Mutterkonzern Deutsche Bank hat die Probleme bei der Postbank-Tochter noch immer nicht im Griff.

„Die Deutsche Bank muss endlich die fortlaufenden Rechtsverstöße bei der Kontoführung abstellen und die grundlegenden strukturellen Probleme, insbesondere in der Pfändungsabteilung, beseitigen“, fordert Schuldzinski deshalb. „Denn wochenlang fehlende Freibeträge oder unberechtigt gesperrte Konten führen zu existenziellen Problemen bei den Betroffenen.“

Postbank-Kunden müssen handeln

Die Postbank bietet mittlerweile auf ihrer Webseite einen Online-Antrag für Schadensersatz an, doch der sei laut Schuldzinski nicht ausreichend. „Wochenlang fehlende Freibeträge oder unberechtigt gesperrte Konten führen zu existenziellen Problemen bei den Betroffenen“, stellt der Verbraucherschützer klar.

„Wir haben in Gesprächen mit der Deutschen Bank mehrfach darauf hingewiesen, dass mit Blick auf die Schwere und Dauer der Probleme auch eine Entschädigung für nicht beziffer- oder belegbare Schäden erfolgen muss. Das reicht von Einschränkungen in der Lebensführung über hohen Zeitaufwand für oftmals ergebnislose Kontaktaufnahmeversuche bis hin zu massivem Stress aufgrund existenzieller Ängste“, so Schuldzinski weiter. Aber: „In dem online durch die Postbank zur Verfügung gestellten Antragsformular wird eine solche Entschädigung aber ausdrücklich ausgeschlossen.“


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Die Verbraucherzentrale NRW rät deshalb allen Betroffenen, auch Schäden geltend zu machen, für die sie keine Belege einreichen können und sich dafür direkt an den Ombudsmann der privaten Banken zu werden. Die Verbraucherbehörde stellt dazu online eine Formulierungshilfe zur Verfügung.