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Bürgergeld-Empfänger verpennt reihenweise Jobcenter-Termine – 8 Uhr ist ihm zu früh

Ein junger Bürgergeld-Empfänger wurde sanktioniert. Der Grund: Er hat jeden seiner Termine verpennt. Schuld waren die frühen Termine.

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Jeder Jeck ist anders, sagt man so schön im Rheinland. Die einen sind Frühaufsteher, die anderen Nachteulen, wiederum andere sind den ganzen Tag müde. Eher zu den Nachteulen gehört der 19-jährige Leon. Zusammen mit seiner Mutter Tanja wohnt der Schulabbrecher im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen. Die beiden sind auf Bürgergeld angewiesen.

Doch zuletzt gab es Ärger, wie es in der RTL-Zwei-Sozialreportage „Hartz und herzlich“ heißt. Den Bürgergeldempfängern wurden die Sozialleistungen um 80 Euro gekürzt. Der Grund: Beide haben Termine verpasst.

Bürgergeld-Empfänger verpennt Jobcenter-Termine

„Die 80-Euro-Sanktionen kamen zustande, weil die Dame sagte, sie hätte mir öfters eine Einladung geschickt, ich habe dann auch einmal eine gehabt, die habe ich leider verpatzt. Also im Endeffekt meine eigene Schuld. Genauso wie beim Leon. Leon hatte auch ein paar Einladungen bekommen von seinem Bearbeiter, aber da die meistens schon um acht Uhr sind, kommt Leon nicht aus dem Bett. Und damit kam die nächste Sanktion“, grinst die 52-Jährige.

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Das dürfte dann auch Leon suboptimales Abschneiden im Schulsystem erklären. Problematisch ist es auf jeden Fall. Ganz so eng sieht Leon das aber nicht. „Ich wusste, dass ich dann die Sanktion bekomme, wenn ich die Termine versäume“, sagt der 19-Jährige offen.

Bürgergeld-Empfänger offen: „Ich kann nicht mit Geld umgehen“

Seine Mutter ist sich jedoch sicher: Das passiert nicht nochmal. Schließlich sind 80 Euro bei ihrem eh schon knappen Budget verdammt viel Geld. „Damit kann man ne Woche locker leben“, sagt Tanja deutlich. Ihr Sohn Leon sieht das anders: „80 Euro sind nix. Ich habe schon mal 80 Euro verdient, Entrümplungen habe ich mal zwischendurch gemacht. Hat sich gut angefühlt, dass ich das Geld bekommen habe dafür. Ich habe mir davon Playstation-Spiele geholt, dann.“



Für seine Mutter ein Unding. „Wie Leon das Geld in die Hand kriegt, so läuft das auch direkt weg“, sagt sie deutlich. Und Leon? Der scheint das Problem erkannt zu haben. „Ich kann nicht mit Geld umgehen“, so der 19-Jährige.