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Conchita Wurst über erneute ESC-Teilnahme: „Platz zwei wäre da schon eine Niederlage“

Conchita Wurst ist einer DER Stars des „Eurovision Song Contest“. Nun sucht sie für die ARD den deutschen Teilnehmer 2024.

© IMAGO/SEPA.Media

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Ist es die entwaffnende Herzlichkeit, die Conchita Wurst ausmacht? Die beeindruckende Stimme vielleicht? Oder dass die ESC-Legende trotz aller Erfolge so auf dem Boden geblieben ist? Was es auch sein mag, wer sich mit Conchita Wurst oder auch Tom Neuwirth, so der bürgerliche Name der ESC-Siegerin von 2014, unterhält, merkt sofort, dass sie die Leidenschaft für den größten Musikwettbewerb auch zehn Jahre nach ihrem Sieg in Kopenhagen nicht losgelassen hat.

Im Interview spricht Conchita Wurst, die zusammen mit Rea Garvey in der ARD-Show „Ich will zum ESC“ den neunten Teilnehmer für den deutschen Vorentscheid sucht, nun über das Anforderungsprofil eines künftigen ESC-Siegers und beantwortet die Frage, ob für sie eine erneute Teilnahme am „Eurovision Song Contest“ infrage käme.

Zusammen mit Rea Garvey suchst du einen Kandidaten für den deutschen Vorentscheid. Was muss ein zukünftiger ESC-Sieger mitbringen?

Freude am Projekt auf jeden Fall, eine Ernsthaftigkeit und im besten Fall eben auch das gewisse Etwas. Also den Star-Appeal. Wenn man sich mal so zurückerinnert, dann gewann schon immer das Gesamtpaket. Die besten Songs gepaart mit den besten Künstlerinnen und Künstlern. Sie müssen Stars sein. Das klingt jetzt blöd, wenn ich das auch indirekt von mir behaupte, aber ja, das ist halt schon die Magie.

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„Ich will zum ESC“ ist wie eine Castingshow aufgebaut. Wie schwer fiel es dir, auch Kandidaten abzusagen?

Es fiel mir im Laufe der Show immer leichter. Am Anfang war ich nicht darauf gefasst, dass meine Entscheidungen auch mit so einem Schmerz aufgenommen werden. Das hat mich natürlich irritiert und mir leidgetan. Aber zugleich, und das hat mir auch sehr geholfen in meiner Entscheidungsfindung, weiß ich, was auf sie zukommt. Ich kenne das Ziel. Ich weiß, wie der Ablauf ist – vor dem Songcontest und währenddessen.
Und ich weiß, was man braucht. Und wenn ich merke, dass das fehlt, dann muss ich sagen, dass es für dieses bestimmte Ziel halt einfach nicht reicht. Was nicht bedeutet, dass es für einen Plattenvertrag oder eine Solo-Platte oder anderes nicht reicht. Das kann absolut funktionieren. Aber nicht für den Songcontest. Und das hat mir auch die Sache relativ leicht gemacht: Um ehrlich zu sein, war mir klar, was ich brauche.

Dein Auftritt liegt nunmehr genau zehn Jahre zurück. Ist das Kapitel ESC für dich als Musiker beendet, oder könntest du dir vorstellen, nochmal aufzutreten?

Also für mich ist das Kapitel ESC insgesamt nicht beendet, weil ich für alle möglichen Positionen buchbar bin, nur nicht für die der singenden Person. Aber alles andere – Inszenierung, Bühnenbild, was immer es sein mag – das mache ich gerne. Aber nein, antreten werde ich nicht noch mal.

Warum?

Weil ich schon einmal gewonnen habe.

Hat Loreen auch.

Aber die ist auch wahnsinnig gut.

Und du nicht?

Ja, keine Ahnung, wahrscheinlich wenn ich den Song hätte, vielleicht denke ich mir dann so, hm…  I don’t know. Aber den habe ich bisher so nicht. Nein, also ich habe auch keine Motivation. Ich denke mir auch, mein Sieg war für mich und ich glaube auch für viele andere Menschen schon auch noch ein bisschen mehr als ein Sieg.

Conchita Wurst
Conchita Wurst bei ihrem ESC-Sieg im Jahr 2014. Foto: imago images/ITAR-TASS

Ist es vielleicht auch der Druck, der auf jemanden lastet, der schon mal gewonnen hat?

Ja, natürlich. In meiner Rechnung gibt es nur die Option, noch einmal zu gewinnen. Platz zwei wäre da schon eine Niederlage.

Apropos Platzierung. Rea Garvey und du habt euch ein großes Ziel gesetzt. Schließlich hat Deutschland in den vergangenen Jahren eher bescheidene Ergebnisse eingefahren. Was macht dich optimistisch, dass es nun besser wird?

Also zum einen möchte ich mir nicht diese Erwartungshaltung aufladen. Ich will im Moment sein und ich will eine gute Nummer kreieren mit den Personen, die dann im besten Fall auch nach Malmö fliegen. Ich glaube, wenn man sich auf den Moment fokussiert und sein Bestes gibt, kann es funktionieren. Ich will den anderen Personen nicht unterstellen, dass die das nicht tun, aber das ist die Schiene, die ich fahre. Und das ist auch der einzige Weg, den ich einschlagen kann. Und wir werden sehen, ob wir damit Erfolg haben oder nicht.

Die ARD zeigt die ersten beiden Folgen der Show „Ich will zum ESC“ am 27. Januar 2024 ab 23.05 Uhr. Die Episoden drei, vier und fünf folgen eine Woche später.